Kunst am Bau: 12 Skulpturen von Max Grüter erworben

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Monate bemerkte ich bei meinen Besuchen eines befreundeten Business-Centers auf der Corneliusstrasse in Düsseldorf-Friedrichstadt die zwölf bianchi-farbenen Plastiken. Ich spürte beim Durchschreiten des Foyers immer dass sie mit mir sprachen. Sie präsentierten sich fast schwebend im Raum in einer etwas angestrengten Glas-Drahtseil-Konstruktion. Auch standen sie dort zu dicht beieinander und entfalteten dennoch eine starke Wirkung.

Eines Tages erfuhr ich, dass das Center schließen werde. Spontan erwarb ich alle Zwölf.

Nach kurzer Recherche erfuhr ich was ich ahnte.

Der namhafte schweizer Künstler Max Grüter, der mit Fug und Recht als Performance-Künstler bezeichnet werden darf, schuf diese Arbeiten unter dem Titel FAMILIE (Auflage 99 Stück) im Auftrag einer Düsseldorfer Werbeagentur. Noch heute prägt ein anderes Werk Grüters mit dem Namen „Tankmal“ den Stadtraum vor dem Headquarter in Düsseldorf-Derendorf am Platz der Ideen.

FAMILIE reflektiert das Thema Familie im Spannungsfeld zwischen Natur und Kunst.

Im Ausstellungskatalog schrieb der schweizer Freigeist Marco Füchslin dazu:

„Max Grüter gestaltet seine plastischen Objekte wie Industrieprodukte.“ 

Weiter heisst es:

„In Grüters Kunst duellieren sich herkömmliche Normvorstellungen von Natürlich und Künstlich mit der Kunst der Übertreibung, begleitet von Dolchen des Zweifels, die unsere Wahrnehmungskategorien immer neu zu meucheln scheinen.“  

Dieses Thema gewinnt in Zeiten von Digitalisierung besondere Aktualität. Yuval Harari beschreibt in seinem Buch „HOMO DEUS“ eindringlich die Sehnsucht des Menschen sich konsequent ins Digitale zu stürzen. Grüter war somit Ende der 90er Jahre visionär unterwegs.

Die Zukunft dieser zwölf normierten Kleinfamilien samt Schäferhund ist noch unklar. Vielleicht werden sie Hauptdarsteller eines Kunst-am-Bau-Projektes. In jedem Fall sind wir froh und glücklich auf diese Arbeiten „aufpassen“ zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Bernd-Claas Gesterkamp

 

Geometrie:

12 Skulpturen aus Auflage von 99 Stück

Glasfaserverstärkter Kunststoff

610x880x90 mm

Gewicht: 5435 g, Sockel 900 g

(Fotos: Mihnea Grosu – Düsseldorf)

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