Bernd-Claas Gesterkamp

 

Bernd-Claas Gesterkamp wurde in Recklinghausen als viertes von fünf Kindern in eine Unternehmerfamilie hineingeboren. Der Vater Bernhard Gesterkamp (geboren in Lüdinghausen / Münsterland) heiratete die gebürtige Spanierin Maria-Dolores Ballester-Gil. Die Kindheit und Jugend in Recklinghausen wurden auf der privaten katholischen Maristen-Realschule geprägt. 

 

Bernd-Claas Gesterkamp

Bernd-Claas Gesterkamp

 

Der Großvater Anton Gesterkamp (Ehefrau Anna Gesterkamp) baute nach dem 2.Weltkrieg ein Unternehmen auf, welches in der Spitze 300 Mitarbeiter beschäftigte. Was zunächst als Tankstelle in Münster begann, entwickelte sich in fast 40 Jahren zu einem Autokranverleih. Das Flaggschiff war der GOTTWALD 155 AMK der auf 8 Achsen eine zu damaligen Zeiten weltweit führende Tragleistung bot. Der Anblick dieser wuchtig-technoiden Nutzfahrzeuge war sehr beeindruckend. Ältere Recklinghäuser erinnern sich noch heute sehr gerne daran.

 

Baukran Gesterkamp

Teleskopkran von Gottwald für Gesterkamp Autokrane aus Recklinghausen

 

In den ehemaligen Räumlichkeiten der GESTERKAMP AUTOKRANE GmbH & Co.KG eröffnete Maria-Dolores Gesterkamp 1977 gemeinsam mit der Künstlerin Brigitte Obier eine Kunstgalerie. Die zunächst abstrakt und geometrisch ausgelegte Galerie wurde kurze Zeit später durch das Angebot von Antiquitäten erweitert. Die vertretenen Künstler wurden zu dieser Zeit gegenständlich, teilweise dekorativer und ergänzten somit das atmosphärische Angebot der Möbel.

Während im Bereich Antiquitäten kein Fokus auf spezielle Zeiten oder Stile gelebt wurde, entwickelt sich im Bereich Kunst die Schwerpunkte „zeitgenössische Kunst aus Spanien“ und „Naive Kunst“. Zu den prominentesten Deutschen Künstlern zählen: Erich Bödeker, Franz Klekawka, Werner Krause, Walter Schäper.

Die Atmosphäre in den frühen 70er und 80er Jahren war sehr inspirierend.

 

Galerie Gesterkamp

Galerie Gesterkamp in den 70er Jahren: Luis Pla, Jan Boomers, Erich Bödeker, Franz Klekawka, Werner Krause, Walter Schäper.

 

Der spanische Arm der Familie bestand aus vielen Grundschullehrern aus Valencia. Besonders am Herzen lag der Familie das Schicksal der Kinder aus den Arbeiterschichten, welche das Armenviertel Malvarossas am Hafen der Stadt bewohnten. Um diese Kinder auf ihre Zukunft vorzubereiten, gründete Jose Ballester Fandos eine Schule, auf der seine Schüler lernen konnten, ohne Schulgeld zu bezahlen. Zu dieser Zeit (um 1900) gründete er auch den Fußball-Club der Stadt, welcher heute noch existiert und in der ersten spanischen Liga spielt: Valencia Levante U.D.. 

Sein Sohn Dr. José Ballester Gozalvo war ebenfalls Lehrer, Jurist und Politiker. Im Zenit seines bewegten Lebens als Politiker, floh er vor der Franco-Diktatur ins Pariser Exil und war dort Mitglied der Exil-Regierung. Dort schrieb er eines seiner Bücher (En el Destierro).  José Ballester Gozalvo ist noch heute ein beachteter Sohn der Stadt Valencia, 2017 wurde nach ihm ein Platz benannt.

 

José Ballester Gozalvo

José Ballester Gozalvo

 

In den neunziger Jahren studierte Bernd-Claas Gesterkamp zunächst Deutsch und katholische Theologie auf Lehramt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Erstes Staatsexamen) und anschließend Architektur an der Münster School of Architecture mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur.

Während des Lehramtsstudiums begegnete er Professor Udo Schmälzle (Didaktik) und Professor Heribert Woestmann (ebenfalls Didaktik) dessen Ideen ihn sehr beeinflussten. Desweiteren waren die Vorlesungen von Professor Josef Billen, dessen Seminare im Bereich der Literaturtheorie ihn prägten (Deutsche Romantik, Liebes-Lyrik), sehr wegweisend.

Während des Architekturstudiums belegte Bernd-Claas Gesterkamp Kurse bei dem Gestalter Professor Marc Mer, bei Professor Christoph Parade (Baukonstruktion), Professor Ruben Bancrofft (Entwurf / CUJAE-Havanna, Cuba) und bei Professor Herbert Bühler, bei dem Bernd-Claas Gesterkamp sein Diplom ablegte (Thema: Grundschule in Valencia-Malvarossas). 

Die universitäre Ausbildung mit geisteswissenschaftlichen Schwerpunkten und der generalistischen Architektur-Ausbildung legten ein wichtiges Fundament für die Tätigkeit als Querdenker in der Immobilien-Wirtschaft. Bernd-Claas Gesterkamp betrachtet Immobilien immer aus der Sicht des Eigentümers und gleichzeitig als urbanes Fragment welches dem Wohl der Bürger dienen sollte.

Nach ersten Tätigkeiten in verschiedenen Architekturbüros und Bauträgergesellschaften legte Bernd-Claas Gesterkamp den Fokus seiner Tätigkeit auf Projektentwicklung sowie Marketing und Vertrieb. So wurden Baumaßnahmen im Ruhrgebiet wie der Vestia-Park in Gelsenkirchen-Buer oder die Wohnanlage Copernicus in Recklinghausen am Ruhrfestspielhaus zu erfolgreichen Immobilien-Entwicklungen.

Später erfolge dann der Wechsel vom beschaulichen Ruhrgebiet in die Landeshauptstadt und zwar als neues Mitglied im Vermietungsteam des bekannten und erfolgreichen „KÖ-Architekten“ und Erbauer der KÖ Galerie Walter Brune. Diese sehr lehrreiche Zeit legte die Basis für das Selbstverständnis des Büros Gesterkamp Immobilien Marketing als Eigentümervertreter (Landlord Representation). Hier wurde immer aus der Sicht des Eigentümers gedacht. Es galt Immobilien-Ideen und Vermarktungsstrategien so miteinander zu verzahnen, dass es zu idealen Vermietungserfolgen führten. 

Walter Brune gelang es immer wirtschaftliche Ziele in elegante Architektur-Konzepte zu kleiden. Sein Lebenswerk und sein tiefes Verständnis für Shopping-Malls und städtebauliche Zusammenhänge hat eine starke Wirkung entfaltet.

Im Anschluss an diese Zeit war Bernd-Claas Gesterkamp noch kurz für einen Projektentwickler aus dem Premium-Bereich tätig und macht sich 2008 selbstständig.

 

KÖ Düsseldorf